11 posts tagged “ubc”
Habe eben einen Link zur Webcam auf diesem Uhrturm, den ihr vielleicht schon auf dem einen oder anderem Foto gesehen habt, gefunden. Nur um noch einmal den tollen Blick vom Campus Richtung Norden zu unterstreichen. Der dunkle Berg links über dem ovalem Gebäude ist übrigens Bowen Island. Dort will ich auf jeden Fall noch hin(auf) in diesem Jahr. Wie man schon auf dem Bild sieht, seit drei, vier Tagen scheint die Sonne. Ich weiß nicht, was die mit ihrem Regen hier haben...
So langsam kommt der Herbst hier an und wenn die Sonne scheint (wenn, dann meistens am Nachmittag) wird alles so schön erleuchtet, dass ich das mit euch teilen will:
Jup, zur UBC hab ich mich noch nicht geäußert. Aus gutem Grund - ich kann mich nicht entscheiden. Ich wollte erst einmal ein paar Tage vergehen lassen, um mir ein Bild von der Uni machen zu können.
Was schnell auffiel ist, dass 99% aller Kommilitonen jünger sind als ich. Ob während der Einführungsveranstaltung oder im Unialltag. Klar, Zivi/Bund gibt es hier nicht und mit meiner Ausbildung kommen ein paar Jahre zusätzlich mit drauf.
Als Kurse hab ich drei, die auf das dritte von vier Jahren Bachelor-Ausbildung zielen. Canadian Histroy, Migration und Money & Banking. Der vierte Kurs zielt auf den Abschlussjahrgang und heißt Development Economics.
Ich studiere an der Arts Faculty - im Gegensatz zu dem HU Science Bachelor.
Aus diesem "Pottpüree" ergeben sich die Unterschiede zum Studium daheim, die mich schwanken lassen zwischen Missgefallen und Inspiration.
Es fängt damit an, dass die Anbindung an die Arts Faculty VWL (hier Economics) zu einer Art Sparte neben Politik, Geschichte, etc. werden lässt. Ich denke, aus historischen Gründen, kommt die VWL hier eher aus der argumentativen, essay-basierenden Ecke. Ich bin dagegen die quantitative VWL gewohnt und freu mich regelrecht, wenn hier und da mal eine Formel um die Ecke blickt. Die Vorlesungen bestehen daher auch eher aus "Geschichten erzählen". Sei es aus dem witzigen Leben des Profs oder ein Schwank durch Geschichte und Geschichtesgeschichten(?). Ich vermisse oft den roten Faden der einzelnen Vorlesung - man muss sehr mühselig die Informationen aus dem Gerede heraus extrahieren. Zum Glück geht es aber nicht nur mir so, auch Kommilitonen haben das Problem. Von der HU bin ich eher messerscharfe und daher in meinen Augen auch "wissenschaftlich orientiertere" Argumentationsketten gewohnt, die sich natürlich in Formeln ergießen. Zum ersten Mal im Leben durfte ich erleben, wie universell die Sprache der Mathematik ist, wenn man im anderen Zusammenhang tausende Kilometer entfernt bekannte Termini wieder trifft. Da hab ich ein wenig mehr verstanden, warum manche von der Schönheit der Mathematik sprechen. Als Ausdruck dessen gibt es hier auch nur liniertes Papier, kein Karo (bzw. wenn dann nur riesen Quadratkaros).
Ich hab ehrlich gesagt auch lebendigere Vorlesungen erwartet. Aber das betrifft eher den Kanadier als solchen. Erstaunlicher Weise sind sie letztendlich genauso schüchtern wie ich es von Deutschen erwarte. Das liegt auch gar nicht mal an der großen Anzahl an Asiaten. Die Mentalität ist doch zurückhaltender als von mir gedacht. Von der berühmten kanadischen Höflichkeit haben wir ja schon geschrieben. An der UBC vermischt sich die aber auf mir noch nicht fassbare Weise mit einer typischen nordamerikanischen Highschool Egomanie (würde ich es mal nennen). Alle Studenten sind noch relativ jung und es scheint mir, als wenn sich jeder als Einzelkämpfer sieht. Die Höflichkeit ist oberflächlich da, jeder würde dir seine Hilfe anbieten. Aber ich hab oft das Gefühl, dass war es dann auch. Höflich angeboten - Pflicht getan und ab dafür. An vielen Stellen wurde mir versichert, jeder würde mir gerne helfen, ich soll nur ja nicht vergessen zu fragen (diese Aufforderungen während der Einführungsveranstaltungen galten eher den Asiaten, die erstmal "aufgetaut" werden sollten). Ich bin mir nur nicht sicher, ob diese Aufforderung mir galt oder den Heimischen der UBC.
In den Vorlesungen macht man jedenfalls keine Freunde, so wie ich es dachte. Zu wenige studieren in den Kursen überhaupt VWL (Bachelor-Anwärter können noch ziemlich spät ihr eigentliches Major (Studienfach, mit dem sie abschließen) wählen, solange es von der Arts Faculty angeboten wird, also Politik, Soziales, Englisch, etc.). Aus dieser Sicht werden, denke ich, auch die Kurse konzipiert. Sie müssen kompatibel sein unter der Haube des Arts-Bachelor. Deswegen entsteht aber auch weniger ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Eine Art Verbundenheit mit seiner jeweiligen Fakultät (hier Department genannt) und dem Fach.
Daher organisiert man sich hier auch in diversen Klubs und so.
Über das so genannte International House bin ich in einer Peer-Gruppe (ein originaler UBC Student hat sich dafür bereit erklärt, 3-4 exchange students unter seine Fittiche zu nehmen) organisiert. Wir treffen uns lose und gehen z.B. demnächst Dim Sum essen. Allerdings sind alle 6 Jahre jünger - und das merkt man auch. 6 Jahre Altersunterschied, japanisch schüchtern gemixt mit schlechtem Englisch ist eine Herausforderung, der ich mich stelle!
Ich bin außerdem noch Captain einer Longboat Gruppe des International House und bin im Basketballverein eingeschrieben (was für ein glückliches Gefühl, mal wieder den Ball in den Händen zu spüren, Flo!). Gestern war Club Day im SUB (Student Union Building - da geht alles) und ich und die Jessica sind jetzt eingeschrieben im VOC - Varsity Outdoor Club. Eine gute Möglichkeit, im Verbund rauszukommen und wandern und klettern zu können. Als Highlight erwartet uns der Longhike - wir werden über Thanks-Giving "Bergsteigen" lernen. Warum nicht..regnen tut's ja schon.
Die Fixierung auf Essays und eigener Recherche fällt mir natürlich nicht besonders leicht. Während der letzten zwei Jahre bestand nie die Notwendigkeit, in die Bibliothek gehen zu müssen. Ich musste nie ein Papier einreichen und aus verschiedenen Quellen Informationen zusammen suchen. Das betrifft auch die eigentliche Vorlesung, die wie ein Puzzel sich aus vielen Quellen speist. Fast möchte ich von verwöhnt sprechen!
Ich hätte auch eine bessere Versorgung an Lehrpersonal erwartet, aber die Aufbereitung des Stoffes liegt voll und ganz in der Hand des Studenten und der runzeligen Bücherliste. Wie würde ein Blinder hier studieren können?!
Aus dieser Perspektive erscheinen mir die Tutorien und Übungen zu jeder VL daheim wie Luxus! Hier ist alles eine One-Man-Show, der Rest ist mein Problem. Ich bezweifle, dass so mathematische Abläufe richtig verstanden werden. Alles richtet sich auf die vorgefertigten Lösungen im Buch, die Anwendung aber bleibt auf der Strecke. Hut ab daher vor der HU, muss ich sagen.
Ich kann es zwar noch nicht genau sagen, aber auch das Niveau generell ist an der WiWi höher, sagt mir mein Bäuchlein. Ich hatte schon den Gedanken, ich hätte mir die Gast-Uni eher nach Ranking Kriterien aussuchen sollen als der Landschaft wegen.
Über das Wochenende werde ich mein erstes Assignment zu Papier bringen und die nächsten Tage werden zeigen, ob die Intelligenzkeule noch auf mich zukommt, die mich endlich mitnimmt zu höheren Gefilden.
Ich hatte bestimmt auch noch viele andere Gedanken zur UBC, die ich hier leider nicht mehr reinpressen kann, weil ich grad nicht drauf komme. Mach ich später.
Oder jetzt. Was ist zum Beispiel toll an der UBC?! In der Bibliothek zu lesen ist eine tolle neue Erfahrung! Englisch hören und reden ist toll! An einer aktiven, lebendigen Uni studieren zu können ist toll! Das Wetter war bisher toll! Es gibt lecker "Combo #1 with rice & beef" für nur $3,75!
C.
In den letzten Tagen haben wir natürlich wieder einiges an Bildern geschossen. Gestern waren wir zu Fuß und in knapp 2 Stunden nochmal den Grouse Mountain hoch (sehr anstrengend), mit dem Mietwagen waren wir in Squamish (kleine Stadt nordwestlich von Vancouver), noch ein paar Bilder von Wreckbeach (dem UBC Hausstrand) und Horseshoe Bay - eine Bucht in der Mitte zwischen Squamish und West Vancouver, von der aus Fähren nach Nanaimo (auf Vancouver Island) und Bowen Island (da werden wir auch nochmal hinfahren!) verkehren. Da sich, bis auf den Trip nach Squamish, das Wetter zur Zeit von seiner schönsten Seite zeigt, sind echt tolle Bilder dabei. Besonders die Sonnenuntergänge kommen gut. Ich war nie in Süd-Afrika, aber wenn sich die Abendsonne in den Bergen im Norden fängt, könnte das auch Kapstadt sein. Ich hoffe, das kommt in den Bildern einigermaßen rüber.
Übrigens, wenn man in der Diashow auf die Bilder klickt, erscheint auch der Bildtitel, der vielleicht weiterhilft, wenn ihr die Bilder nicht zuordnen könnt.
In Deutschland fängt ein neuer Tag an - hier geht er erst dem Ende entgegen.
Das Wetter wird erstaunlicher Weise gegen Nachmittags bisher immer besser. Wenn dann auch noch die Sonne scheint, wird es richtig schwül-heiß. In den Bergen im Norden kann man aber immer dicke Regenwolken hängen sehen.
Auf dem UBC Campus haben wir heute Tom getroffen, ein HU Student, den ich schon aus Berlin kenne. Er hat mir kurz die Mensa gezeigt, lecker Asiatisch! War echt mal gutes Mensa Essen.
Der Campus ist natürlich ziemlich groß, ab nächster Woche fährt ein eigener Shuttle-Bus. Heute mussten wir so aber noch zu Fuß durch den Regen laufen, hin zum International House. Eigentlich hab ich von denen mehr "Hallo" erwartet, hat sich aber keiner für mich interessiert. Nächste Woche findet die GALA-Veranstaltung für internationale Studenten statt, da wird mir dann hoffentlich alles im Detail erzählt.
Danach hatten wir zwei Wohnungstermine, vorher aber noch schnell eine Prepaid-SIM gekauft. Genialerweise muss ich die per Festnetztelefon über ein Call-Center freischalten (bzw. mir erst überhaupt eine Tel.Nr. geben lassen) und das wird nun erst morgen gehen. Sehr umständlich - hätte mich über so etwas wie Aldi-Talk gefreut. Rein in den Laden und SIM inkl. Telefonnummer mitgenommen.
Die zwei Wohnungen waren schon ganz nett, die letztere ist unser Favorit! Morgen bekommen wir Bescheid.
Übrigens, hab ich schon erwähnt, dass Vancouver erstaunlich hügelig ist? Es geht manchmal echt steil bergauf und bergab, vor allem Broadway/10th Ave. Manchmal hat man deswegen einen tollen Blick auf die Bucht Richtung Norden.
Jetzt aber Gute Nacht - Gähn...Wir sind heute wieder ewig viel rumgelaufen. C.
Habe vor ein paar Tagen eine Einladung von der UBC bekommen, mich doch auf eine der zwei freien Stellen eines Blogschreibers zu bewerben. Als Canadian Correspondents auf dem Schlachfeld Uni. Hätte eine kleine Umfrage beantworten müssen und einen kurzen Beispieltext dazu. Hab dann eine Nacht darüber geschlafen, ob ich mir das wirklich antuen möchte und dann die Idee in den Wind geschlagen. Ob mein Englisch nun soo sattelfest ist wage ich zu bezweifeln. Und ich wäre verpflichtet, zwei mal den Monat zu schreiben - dass kann schnell anstrengend werden. Mit einem Blog im Rampenlicht zu stehen ist mir dann doch zuviel. Ich hab hier erstmal meine Heimat gefunden.
So, jetzt ist alles raus. Stundenplan ist fertig und an die UBC geschickt. Und der DAAD hat auch seinen endgültigen Stundenplan. Jetzt kann ich wirklich nur noch warten...
Letzten Freitag flatterte ein Schreiben vom DAAD in Haus, dass ich meinen Studienplan der UBC nachreichen soll. Unterzeichnet von meiner Heimatuni und dass innerhalb einer Woche.
Klar dachte ich mir, kein Problem. Eigentlich wollte ich mir damit noch Zeit lassen, aber naja.
Dann stellte sich heraus, dass die UBC noch gar nicht ihr Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 2007/2008 veröffentlicht hat, ich also eine Liste auf Basis des alten VZ machen muss.
Natürlich stellte sich heraus, dass niemand im Studienbüro, Prüfungsamt, beim Auslandsbeauftragten oder der Abteilung Internationales so ein Schriebs unterzeichnen wird. Das hat dann schon mal die erste halbe Woche gedauert.
Nur durch ein Gespräch mit einer studentischen Hilfskraft wurde ich darauf hingewiesen, dass es eine Studienfachberatung VWL gibt! Darüber hätte ich auch gerne schon die ersten drei Semester bescheid gewusst!
Egal, eine halbe Stunde und einem netten Gespräch mit dem Professor später bekomme ich selbstredend meine Unterschrift.
Dann zum Postmonopolisten und ab gehen die 14€ über Nacht zum DAAD. Frist auf den Tag eingehalten...