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Morgen wird also mal wieder das Jahr gewechselt. Die Zeit ist hier so schnell vergangen und Silvesterabend bedeutet für uns auch Halbzeit. Ich muss vor dem Partygehopse erst nochmal kreativ tätig sein und im Vancouver Aquarium zwei von sieben Models zu Meerjungfrauen verwandeln. Denn dort findet eine große Neujahrsparty statt unter dem Motto: Die 7 Meere!
Später wollen wir dann mit Neng und Lionel Downtown unsicher machen und hatten eigentlich erwartet, dass es ein öffentliches Feuerwerk und eine Partymeile gibt. Aber in Vancouver sagt wahrscheinlich wirklich Hase und Fuchs gute Nacht und deswegen geht's gleich ab in einen der unzähligen Clubs auf der Granville Street. Ich bin gespannt, ob überhaupt geknallt wird. Wenn, dann ja sowieso ohne Getöse. Immerhin muss ich keine Angst haben, dass meine Jacke angesengt wird!
Wir wünschen jedenfalls allen, die regelmäßig unseren Blog verfolgen alles Gute für's neue Jahr und nicht so viele Vorsätze. J.
An dieser Stelle nochmals an alle ein frohes Weihnachtsfest! Wir sind gerade vom Kirchenbesuch zurück gekommen. Es war so religiös wie schon lange nicht mehr und beinahe Entertainment, aber gut genug, um in Weihnachtslaune zu kommen. Danach schön Geschenke auspacken und sich freuen! Vielen Dank für die Pakete und Geschenke, die uns erreicht haben! Danke auch für die Pakete, die uns nicht erreicht haben. Möge sich der freuen, der es ergattert hat. Das Fest der wahren Nächstenliebe...
Hier in der Diashow noch die paar Bilder, die in Seattle entstanden sind. Wie gesagt, eine wirklich willkommen Abwechslung zum "beschaulichen" Vancouver. Es war toll, mal wieder eine echte Stadt zu spüren, ich war positiv überrascht.
Aber was fällt sofort auf? Dicke Menschen. Dafür auch größer als in Kanada. Die paar Männeken, die wir kennen gelernt haben, waren dazu ausgesprochen freundlich und nett. Daher eine sehenswerte Stadt.
C.
Habe eben einen Link zur Webcam auf diesem Uhrturm, den ihr vielleicht schon auf dem einen oder anderem Foto gesehen habt, gefunden. Nur um noch einmal den tollen Blick vom Campus Richtung Norden zu unterstreichen. Der dunkle Berg links über dem ovalem Gebäude ist übrigens Bowen Island. Dort will ich auf jeden Fall noch hin(auf) in diesem Jahr. Wie man schon auf dem Bild sieht, seit drei, vier Tagen scheint die Sonne. Ich weiß nicht, was die mit ihrem Regen hier haben...
Heute, pünktlich zum Nikolaus, kamen die Schokoladenbomben aus Deutschland an! Vielen Dank, wir haben alle Geschenke natürlich sofort aufgemacht und uns riesig über das vorgezogene Fest gefreut!
Natürlich nicht. Der Geschenkealtar nimmt Gestalt an und muss nun ein paar Tage warten, bis er der Vollendung entgegen kommt.
C.
Unsere Zimmernachbarin Caro ist zeitweise als "Journalistin" für eine kleine, bilinguale Zeitschrift "The Source - Forum of Diversity" unterwegs. Für einen Artikel hatte sie mich um vor Vorurteile gebeten, mit denen ich im Ausland konfrontiert werde. Hier die Antwort:
8. Germany
Ah, Deutschland—the only
country in the world where you
will find 82 million people clad
in lieder-hosen, simultaneously
playing soccer and guzzling beer.
Christian, a Berlin-hailing Economics
student at UBC, laughs
as he explains this stereotype. “I
don’t drink or play soccer…and
Lieder-Hosen are only ever worn
by people of Bavaria—a German
province— on very traditional occasions!
Aber auch Jessica findet Erwähnung. Durch Zufall haben wir entdeckt, dass der Fotograph Jason, mit dem sie zusammen arbeitet, in seinem Blog für Jessica die Worte findet "from what I've seen of her past work she is very talented". Na das ist doch Mal was.
Die letzten Tage über zeigt sich Vancouver von der Sonnenseite. Blauer Himmel und klare Luft. Unschlagbar sind die gepuderzuckerten Berge im Norden. Ich hab versucht, früh auf dem Weg zur Uni, auf der Alma St. nach Norden, dieses Foto einzufangen. Rechts der Giebel unseres Hauses und im Hintergrund die Berge von Cypress Mountain. An der Ampel fängt eine Wiese an, hinter der Jericho Beach und die Hastings Mill (eines der letzten übrig gebliebenen Gebäude Vancouvers) liegt. Bin mir nicht sicher, ob die Bergkette auf dem Foto auch schon zu Cypress gehört, aber Cypress Mountain liegt auf jeden Fall dahinter. Der Berg auf dem Bild bildet eine Parallele zu der Küste in West Vancouver. Das schöne ist nun, dass der Berg genau so hoch liegt, dass nur die obersten Meter in Schnee getaucht werden.
Neben Cypress gibt's in North Vancouver noch den Mount Seymour und den guten alten Grouse Mountain. Drei Skipisten in Busnähe und wir können nich' hin.
C.
Hier ein paar Impressionen aus dem Keller der Koerner Library. Dort saß ich die vergangenen Wochen und hab an meinen Essays geknobelt. Heute hatte ich meine letzte Vorlesung für diesen Term und werd in einer Woche meine Klausuren schreiben. Danach werden wir es hoffentlich schaffen, für ein paar Tage nach Seattle zu fahren, um vor Weihnachten komplett unser Geld auszugeben.
Schlangen sind hier alltäglich. Im Supermarkt, in der Drogerie und an der Bushaltestelle. Aber hier gilt das Ein-Schlangen-Prinzip: es gibt immer nur eine Schlange und wer kurzerhand eine zweite aufmacht, wird höflich, aber bestimmt in seine Schranken gewiesen. Und auch an der Bushaltestelle bitte immer schön in Formation. Jeder Neuankömmling stellt sich artig ans Ende und ich habe am Anfang böse Blicke geerntet, bis mir klar wurde warum! Ich mein, das hat auch sein Gutes, der, der zuerst kommt, ist auch der, der zuerst bedient wird. Niemand wartet also umsonst! J.
Es ist kalt, sehr kalt...ich gehe den Westbroadway entlang mein Blick schweift über die Passanten und ich stutze. Mir entgegen kommt eine junge Frau, Wollmütze, Mantel, Schal und um das Outfit komplett zu machen: Flipflops! Genau, überschüssige Hitze soll man ja nach unten ableiten und niemand soll in Winterkleidung schwitzen. Ich denke, muss wohl eine fehlgeleitete Wetterwahrnehmung sein, aber ich irre, denn die meisten oder zumindest 50% der Leute hier in Vancouver haben eine lustige Auffassung davon, wie man sich zur kalten Jahreszeit korrekt kleidet. Favorit ist tatsächlich die oben ganz warm und unten recht frische Kleidungsvariante. Etliche Leute verzichten auf warmes Schuhwerk und trotzen der Kälte mit bloßen Zehen oder nackten Beinchen. Auch der umgekehrte Fall ist möglich und gern gesehen. Dann kommen die kuschligen Pelzboots zum Einsatz und obenrum reichen auch mal die bauchfreie Weste und ein T-Shirt.
Muss wohl daran liegen, dass hier alle von den unzähligen Outdoor-Aktivitäten total abgehärtet sind...J.